Alle Macht den vernetzten Plena!

Ein Beitrag zur Organisationsfrage
Von Andreas Görg

Dieser Text dient der Nachbearbeitung einer Thematik, die bei Transversal zwar immer wieder angesprochen, aber nicht wirklich behandelt wurde. Oliver Marchart hat mit der laclauschen Wendung vom “leeren Ort der Partei” Assoziationen geweckt, die zwar von anderen ReferentInnen schlagwortartig aufgegriffen, aber nicht weiter kanalisiert wurden. Gini Müller hat darauf hingewiesen, dass viele, die bei Transversal am Podium und (stundelang geduldig) im Publikum gesessen sind, es auf stundenlangen Plena nicht aushalten würden. Die Organisationsfrage wurde von den ReferentInnen stets nur blitzlichthaft angesprochen, um dann wieder im Dunkeln gelassen zu werden. In dieses Dunkel soll der folgende Artikel etwas diskursives Licht bringen.

Die Wahl der Organisationsform ist eine wesentliche Determinante für jeglichen Handlungsinhalt. Spezielle Inhalte brauchen spezielle Organisation. Wenn in der Auswahl der Organisation schon Hierarchie und Herrschaft angelegt sind, dann wird sich das durch etwaige gegenteilige inhaltliche Ambitionen niemals wettmachen lassen. Daher gilt: An ihrer Organisation sollst du sie erkennen. In politischer Hinsicht ist v.a. zu beachten, wo und wie die Entscheidungen getroffen werden. Die Fragen der Organisation sind gleichsam die Basics des politischen Handelns. Die folgenden Abschnitte widmen sich der Reflexion dieser Basics. (Weiterlesen im doc -> download)

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Nationale Interkulturalität

Asymmetrie im Dialog
von Andreas Görg
2008 begehen wir das Europäische Jahr des interkulturellen Dialogs. Das ist nicht weiter bemerkenswert. Dieser Artikel will nicht den Fehler begehen, ein EU-Legitimationsspektakel durch öffentliche Kritik aufzuwerten. Von der Mehrheit der LeserInnen wünscht sich der Autor daher an dieser Stelle ein schlichtes schulterzuckendes “Amen” zu diesem supranational heiss gemachten Lüftchen, das an der breiten Öffentlichkeit wie ein päpstlicher Aufruf zur Ökumene vorbeigehen wird. Dieser Artikel wendet sich nur an die Hartnäckigen, die nicht mit den Schultern zucken können, weil sie ihre Schultern ständig gegen den großen runden Stein pressen, den sie langsam den Berg hinaufrollen. Weiterlesen

Kanalarbeiten

von Andreas Görg und Porr Porr

erschienen unter dem Titel “Neulich am Kanal” in “Soziale Bewegungen und Social Media”, Hans Christian Voigt und Thomas Kreml (Hrsg.)

Der beste Weg, Informationen zu bekommen, ist, Informationen zu geben.
Niccoló Machiavelli

Wir bekommen Informationen, wenn wir Informationen hergeben. Informationen haben die eigenartige Angewohnheit, dort zusammenzulaufen, wo sie ausgetauscht und wieder weitergeleitet werden. Durch das automatische Zusammenlaufen der Informationen entsteht ein Medium, ein Umschlagplatz für Informationen, ein Sendeplatz, der gleichzeitig Empfänger ist. Wer über Informationen als Tauschmittel verfügt, kann dafür andere Informationen erhalten. Den Wert der hereinkommenden Information tauscht das Medium zumindest teilweise gegen den Wert der Weiterverbreitungsleistung. Ein Medium bekommt Informationen, weil es Informationen hergibt, verteilt, weiterleitet. Weiterlesen

Macht der Diskurse und Diskursivitaet der Macht

von Andreas Görg

Abstract: 
Das Diskursive wird als Dimension des Sozialen gefaßt, die sich als Diskursbeitrag mit anderen Dimensionen des Handelns und als Diskurs mit anderen Dimensionen des Strukturellen verbindet und wirkt. Diskursproliferation wird in Verbindung mit Herstellung von und Eindringen in Teilöffentlichkeiten beschrieben. Die politische Wirksamkeit von Diskursen wird anhand der Begriffe von Demagogie, Propaganda, Ideologie und Demokratie, Hörbarkeit und Ignorierbarkeit, sowie am Beispiel der Stufenfolge der rassistischen Verwerfung “fremder” Sprechakte thematisiert. Zuletzt wird Diskurs in einem umfassenden Machtbegriff verortet, um den Stellenwert des Diskursiven gegenüber bzw. in Verbindung mit anderen Dimensionen des Sozialen erfassen zu können. Weiterlesen

Mobbingpraevention in der Schule

von Sarah Galehr und Andreas Görg

Das internet ist voller guter Ratschläge, was zur Prävention von Mobbing in der Schule alles getan werden sollte. Allerdings fehlt in diesem Pool der Ratschläge ganz offensichtlich die Beschäftigung mit dem Schulsystem als Quelle von Mobbing bzw. als Ansatzpunkt der Prävention. Ohne Auseinandersetzung mit Schule als Organisation in einer sich rapide wandelnden Gesellschaft bleiben die guten Ratschläge fromme Wünsche: Denn einerseits produziert das anachronistische Schulsystem selbst immer mehr Mobbingpotential, andererseits fehlt es an Ressourcen bzw. verunmöglicht die starre Organisationsstruktur der Schule eine effektive und umfassende Mobbingprävention. Daher scheitert die Verhinderung von Mobbing im Rahmen des Bestehenden allzu oft. Dieser Artikel wendet sich an Lehrer_innen, Eltern und Schüler_innen, die sich trotz der schwierigen Ausgangsbedingungen für eine effektive Mobbingprävention einsetzen wollen, ohne ins Burnout zu schlittern. Weiterlesen

Der eingekesselte Polizei-Bus

Spontaner Widerstand gegen Abschiebungen ist möglich. (Wien, 29.4.2010)

Der Fahrer des Polizeibusses kurbelte das Fenster herunter. “Das ist jetzt aber nicht euer Ernst!?!” rief er zu den 5 Leuten hinaus, die er im Schritttempo vor sich her den zur Stoßzeit stark befahrenen Gürtel hinunter drängte. Bei der Kreuzung Alserstraße musste er dann einsehen, dass es den Leuten doch ernst war. Weiterlesen